Erstmals in der fast 600-jährigen Geschichte der Universität Rostock gibt es seit dem Wintersemester 2015/16 im Hochschulsport eine Rugbymannschaft eigens für Frauen. Da das Damenrugby bei den Dierkower Elchen vor Jahren mangels Nachwuchs eingeschlafen war, erwacht die Randsportart gerade bei den Frauen aus ihrem Dornröschenschlaf – und das mit Wucht.

So trafen sich am Samstag bei kühlen Temperaturen Studentinnen der Universitäten aus Rostock und Greifswald, um dem Rugby-Ei nachzujagen. Die Rostocker Frauen begannen das Spiel recht zaghaft und abwartend, da man das Team aus Vorpommern nicht recht einschätzen konnte. Doch nach wenigen Minuten des gegenseitigen Abtastens schlugen die Rostockerinnen gnadenlos zu. Gleich drei Mal gelang es, die gute Greifswalder Verteidigung mit schönen Angriffen und starken Einzelaktionen zu durchbrechen. Die Gäste konnten ihrerseits nur einen Spielzug mit Punkten krönen.

Mit der 15:5 Halbzeitführung gingen die Rostockerinnen mit gestärktem Selbstbewusstsein in den zweiten Spielabschnitt. Wieder dauerte es einige Minuten, ehe die Gastgeberinnen an die Leistung der ersten Halbzeit anknüpfen konnten. Erst zwei schnell erzielte Versuche brachten die nötige Ruhe und Sicherheit zurück ins Rostocker Spiel. Insgesamt erzielten die Frauen von der Warnow fünf Versuche in der zweiten Halbzeit, denen die tapfer kämpfenden Studentinnen aus Greifswald nur einen Ehrenversuch entgegensetzen konnten. Letztlich gewann die Uni Rostock die Partie deutlich und auch in der Höhe verdient mit 35:10.

Die zahlreichen Zuschauer und die beteiligten Offiziellen wählten anschließend Rebecca Schütte zur Spielerin des Tages. Ihre harten und sicheren Tacklings verhinderten mehrfach Punkte der Greifwalderinnen, zudem wusste sie mit starken Läufen und gutem Passspiel zu überzeugen.

Spielführerin Antonia Glimm zeigte sich nach Spielende mehr als zufrieden mit der Leistung des Teams: „Wir wussten, dass Greifswald uns ein hartes Spiel liefern würden, aber wir haben gut in der Verteidigung gegengehalten und sind super Angriffe gelaufen. Vielleicht macht das Spiel ja noch weitere Mädels auf uns aufmerksam. Wir freuen uns immer über neue Gesichter. Training ist immer montags 19 Uhr auf dem Uni-Sportplatz ‚AmWaldessaum‘.“

Die Rostocker Herren konnten ihr Spiel leider nicht so souverän gestalten wie das siegreiche Frauenteam. Stand es zur Halbzeit bereits 12:0 für die Gastgeber durch zwei schön herausgespielte Versuche von Felix Apel sowie des französischen Erasmusstudenten Adrien Guihery, so lief nach Wiederanpfiff nichts mehr bei den Rostocker Studenten zusammen. Viele Wechsel sowie eine Verletzung auf Seiten der Hausherren sorgten für Unsicherheit im Team und ließen die Studenten aus Greifswald wieder an einen Sieg glauben. Zwei Versuche, die beide sicher durch den spanischen Spieler im Team der Greifswalder Carlos Ventura erhöht wurden, sorgten für den denkbar knappen 12:14 Sieg der Mannschaft der Ernst-Moritz-Arndt-Universität.