Am Samstag trat die Rugbyspielgemeinschaft M-V (RSG M-V) zu ihrem letzten Heimspiel in Wismar gegen den Tabellennachbarn vom Hamburger Sportverein (HSV) an. Beide Teams wollten die Saison mit einem Sieg abschließen und die „rote Laterne“ vermeiden. Da beide Mannschaften über die gesamte Saison nicht das schönste Rugby zeigen konnten, sollten die Zuschauer eine äußerst kampfbetonte Partie geboten bekommen.

Wenn die RSG sonst eher fahrig und verschlafen in die Spiele startete, so legte sie an diesem Tag los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Der HSV war noch gar nicht richtig auf dem Platz da fegten die Mecklenburger schon über sie hinweg. Kraftvoll und mit vollem Körpereinsatz arbeiteten sich die Hausherren Meter um Meter Richtung Hamburger Malfeld vor. Doch noch hielt die Verteidigung der Gäste von der Elbe.

Mit einem abgefangenen Pass besorgte der französische Verbinder Mathieu Poquet, in seinem letzten Spiel für die RSG, für die ersten Punkte der Gastgeber. Kapitän Björn Sgodda traf sicher den fälligen Erhöhungskick zum 7:0. Jetzt hatten die Hausherren Blut geleckt und erhöhten weiter den Druck auf den HSV. Mit einem sehenswerten Angriff konnte Schlussspieler Moritz Knauf weitere fünf Punkte für die Mecklenburger erzielen. Wieder erhöhte Sgodda sich (14:0).
Die Hamburger kämpften sich aber so langsam ins Spiel und verkürzten durch einen Straftritt nach einem Foulspiel eines Rostockers auf 14:3. Fortan entwickelte sich eine kräfteraubende Partie bei mediteranen Temperaturen an der Wismarer Bucht. Vor der Pause konnte kein Team weitere Punkte auf die Anzeigetafel bringen und so ging es in die wohlverdiente Pause.

Nach Wiederanpfiff spielte über weite Strecken nur ein Team. Der Hamburger Trainer muss in der Pause höchst motivierende Worte an seine Mannen gerichtet haben, denn sie bestimmten von nun an das Geschehen. Mehrfach konnte der starke Sturm sowie die beiden Innenspieler nur knapp vor dem eigenen Malfeld der RSG durch die Verteidigung gestoppt werden. Folglich kam der HSV nach einem starken Durchbruch mit seinem ersten Versuch auf 14:8 heran.

Doch endlich wachte auch die RSG wieder auf. Trainer André Goeda wechselte im Sturm und der Hintermannschaft frische Kräfte ein, die die Mecklenburger wieder antrieben. So konnte der spanische Innenspieler Javier Martinez-Alvarez einen weiteren Versuch für die Hausherren erzielen, den Kapitän Sgodda ebenso sicher zum 21:8 erhöhte. Der HSV steckte trotz des Rückschlags nicht auf und kämpfte weiter um jeden Zentimeter Rasen. Doch mehr als ein weiterer Versuch wollte ihnen nicht gelingen.

Der RSG schaffte leider nicht mehr den vierten Versuch in der Partie, der einen Bonuspunkt bedeutet hätte. Lediglich ein Straftritt durch den starken Stürmer Tore Dwars wollte den Gastgebern zum 24:13 Endstand gelingen. Damit konnten die Hamburger im Gesamtklassement überholt und ein versöhnlicher Abschluss der Saison für die RSG erzielt werden. Der Mann des Spiels auf Seiten der Mecklenburger war der zweite Innenspieler Chris Wald, der mit wuchtigen Tacklings und starken Läufen die Gegner mehrfach unsanft zu Boden brachte und diverse Lücken in der Verteidigung kompromisslos stopfte.

Nach Schlusspfiff resümierte der scheidende Kapitän Björn Sgodda: „Es ist schön die Saison mit zwei Siegen zu beenden. Die Mannschaft hat heute gezeigt, dass sie auch bei tropischen Temperaturen durchaus in der Lage ist, stark aufzuspielen. Wenn wir nächste Saison von Beginn an etwas mehr Konstanz in unser Spiel bringen, dann kann auch ein oberer Tabellenplatz anvisiert werden. Es hat mich sehr stolz gemacht über viele Jahre dieses Team als Kapitän anzuführen. Aber jetzt sollen die jüngeren Semester ran.“

Für die RSG spielten: Thomas Schleifer, Björn Sgodda, Valdas Schormanskis, Alex Bellin, Pierre Fandrich, Jnas Pabst, Abel Salazar, Tore Dwars, Andreas-Don Rohde, Mathieu Poquet, Javier Martinez-Alvarez, Chris Wald, Carsten Pust, Constantin Sommer, Moritz Knauf, André Goeda, Leo Stetting, Sebastian Kammer, Nils Thöl, Stefan Domeyer, Saleh Aihaser, Jan Mahlke.