Bei nahezu tropischen Temperaturen ging es am Samstag zum Auftakt der Verbandsliga Nord für die Rugbyspielgemeinschaft M-V (RSG M-V) gegen das neu formierte Team der SG Jesteburg/Exiles. Nach dem fünften Platz der letzten Saison strebt die RSG in dieser Spielzeit nach einer besseren Platzierung. Doch dafür musste zum Start der Liganeuling besiegt werden.

Dass sich die Hamburger nicht nach Belieben dominieren lassen wollten, machten sie in den ersten kampfbetonten Minuten klar. Beide Teams schenkten sich von Beginn an nichts und zeigten mehr Krampf als Klasse. Viele Handlingfehler und Ungenauigkeiten ließen keinen echten Spielfluß aufkommen. Daher kam der erste Versuch der RSG quasi wie aus dem Nichts. Schlussspieler Moritz Knauf nutzte eine Lücke in der Gästeverteidigung und legte nach einem schönen Sololauf im Malfeld ab. Die folgende Erhöhung verwandelte Björn Sgodda sicher zur 7:0 Führung.

Den ersten Punkten ließen die Hausherren eine starke Drangphase folgen. Doch noch zu oft scheiterten die guten Spielideen an der fehlenden Konzentration und der mangelnden Konsequenz im Abschluss. So ging es bis zum Pausenpfiff zwar meist nur in eine Richtung, jedoch ohne weitere Punkte für eines der Teams. Erst nach Wiederanpfiff konnte Verbinder Michael Kelbg seinem Gegenspieler enteilen und den zweiten Versuch für die RSG erzielen. Die Erhöhung zum 14:0 traf Björn Sgodda wieder sicher.

Die Hamburger hielten tapfer dagegen, mussten jedoch einen weiteren Versuch durch Sebastian Ohloff hinnehmen, der wiederum durch Björn Sgodda zur komfortablen 21:0 Führung für die RSG erhöht wurde. Wer jedoch dachte, dass die Mecklenburger jetzt auf den Bonuspunkt für den vierten Versuch spielen würden, wurde im weiteren Spielverlauf schwer enttäuscht. Statt sehenswerter Spielzüge gab es von nun an nur noch Ballverluste, Undiszipliniertheiten und schwindende Kräfte zu bestaunen.

Somit nahmen die Hamburger ihrerseits das Heft des Handelns in die Hand und kamen auch prompt zu Punkten. Zwei Versuche innerhalb der letzten zehn Minuten brachten die Gäste noch einmal auf 21:12 heran. Doch der souveräne Schiedsrichter Pierre Fandrich hatte mit der RSG ein Einsehen und pfiff pünktlich ab, sodass die Mecklenburger am Ende verdient als Sieger vom Platz gehen konnten. Mann des Spiels bei der RSG war Verbinder Michael Kelbg, der mit klugen Kicks, guten Tacklings und starken Sololäufen seine Mannschaft auf die Siegerstraße brachte.

Nach Schlusspfiff fand Spielmanager Heinrich Severin größtenteils nur lobende Worte für sein Team: „Wir haben heute gegen ein starkes Team aus Hamburg gewonnen und können mit unserer Leistung zufrieden sein. In den letzten zehn Minuten haben wir das Spiel zwar noch mal unnötig spannend gemacht, aber am Ende verdient gewonnen. Am nächsten Wochenende geht es zum Ligafavoriten nach Bremen. Vielleicht können wir dort für eine kleine Überraschung sorgen.“

Für die RSG spielten: Kay Boldt, Björn Sgodda, Salih Alhaser, Nils Thöl, Alex Bellin, Abel Salazar, André Goeda, Carsten Pust, Andreas-Don Rohde, Michael Kelbg, Steffen Cunitz, Sebastian Ohloff, Tore Dwars, Michael Unze, Moritz Knauf, Sebastian Kammer, Ali Alissa, Muamar Alsultan.