Über die fast fünf Monate der Winterpause hat sich im Rostocker Rugbyverein einiges verändert. Nachdem der langjährige Trainer André Goeda zum Jahreswechsel aus familiären Gründen seinen Rückzug ankündigte, konnte mit Constantin Sommer kurzerhand ein erfahrener Mann für den vakanten Job gefunden werden. Der angehende Landespolizist brachte viele neue Ideen und Kniffe in das Rostocker Wintertraining.

Nach einem gemeinsamen Traininglager im Februar mit dem Partner der mecklenburger Spielgemeinschaft (RSG M-V) aus Wismar waren die Verantwortlichen aus beiden Hansestädten zuversichtlich auch beim Tabellenführer Bremen 1860 gut ins neue Rugbyjahr zu starten. Mit insgesamt 24 einsatzfähigen Spielern reiste die RSG an die Weser, um beim Ligaprimus zu zeigen, wie gut die diversen Kraft-, Ausdauer- und Fitnessübungen über die kalte Jahreszeit gewirkt hatten.

Mit dem Ankick waren die Gäste aus M-V hellwach und gingen beherzt zur Sache. Die üblichen Abstimmungsprobleme konnten schnell behoben werden, sodass es in den Anfangsminuten von beiden Mannschaften schnelles und gutes Rugby zu sehen gab. Erst ein starker Durchbruch Nahe der Seitenlinie ermöglichte der pfeilschnellen Bremer Hintermannschaft ins Malfeld der Mecklenburger einzulaufen und die ersten Punkte der Partie (5:0) zu erzielen.

Doch die Gäste zeigten sich keinesfalls geschockt, sondern hielten stark dagegen, verteidigten kompromisslos und zwangen die Hausherren zu einfachen Fehlern. Doch als ob die Bremer einige Minuten Anlaufzeit gebraucht hätten, schalteten die Männer von der Weser plötzlich gleich mehrere Gänge hoch und begannen nach gut zwanzig Minuten die RSG M-V sprichwörtlich zu überrollen. Fortan funktionierten bei den Gäste aus M-V die einfachsten Dinge nicht mehr. Bremen konnte teils ohne nennenswerten Widerstand Punkte auf die Anzeigetafel bringen.

RSG schaut zu, Bremen punktet nach Belieben

Selbst eine deftige Ansprach von Trainer Constantin Sommer brachte keinen Richtungswechsel. Die RSG musste sich noch glücklich schätzen, nur mit 45:0 in die Halbzeit geschickt zu werden. Nach dem Seitenwechsel stand die Verteidigung der Mecklenburger besser, aber immer noch nicht gut genug, um der Bremer Angriffsmaschinerie ernsthaft etwas entgegen zu setzen. Am Ende setzten sich die Männer von 1860 Bremen mehr als verdient mit 71:0 gegen die RSG M-V durch und konnten sich zurecht feiern.

Trainer Constantin Sommer fand nach dem Spiel deutliche Worte: „Wir hatten ein wenig auf eine Überraschung gehofft und sind mit knallharten Tatsachen konfrontiert worden. Unsere Standards waren schwach, die Verteidigunsarbeit teilweise eingestellt und das Tackling wurde oft nur zaghaft und halbherzig angegangen. In den nächsten Trainingseinheiten werden wir wohl intensiv an den Grundlagen arbeiten müssen.“

Einzig der Neu-Wismarer Abdul Osman wusste in seinem zweiten Spiel für die RSG mit guten Tacklings und schnellen Läufen zu überzeugen und wurde nach Abpfiff zum Mann des Spiels auf Seiten der Mecklenburger erkoren. Am kommenden Samstag ist die RSG beim Hamburger Sportverein gefordert und muss dann zeigen, ob aus den Fehlern des Spiels in Bremen die richtigen Schlüsse gezogen wurden.

Für die RSG spielten: Schrader, Salazar, Havran, Bellin, Kammer, Stölting, Apel, Dwars, Rohde, Kelbg, Sommer, Hollinski, Vollmer, Osman, Knauf, Pust, Schleifer, Alhasar, Komerster, Hilmer, Goeda, Fandrich.