Nach einer regelrechten Lehrstunde (71:0) beim Tabellenführer von 1860 Bremen am vergangenen Wochenende wollte die Rugbyspielgemeinschaft M-V (RSG M-V) beim Spiel gegen den Hamburger Sportverein (HSV) am Samstag zeigen, dass sie fähig ist, ansehliches und erfolgreiches Rugby zu spielen.

Der Rostocker Trainer Constantin Sommer hatte unter der Woche zielstrebig an den Defiziten des Bremenspiels arbeiten lassen und hoffte auf einen verbesserten Auftritt seines Teams an der Elbe. Mit Anpfiff war den Mecklenburgern anzumerken, dass sie heute nicht so einfach das Heft des Handelns aus der Hand geben wollten. Die RSG startete mit guter Verteidigung und einigen guten Angriffen auf die Hamburger Hintermannschaft.
Beide Mannschaften kämpften um jeden Zentimeter des feinen Hamburger Rasens und schenkten sich besonders in den Kontaktsituationen nichts. Erst ein Durchbruch der schnellen Gastgeber ermöglichte die ersten Punkte für den HSV. Die fällige Erhöhung konnte der Hamburger Kicker sicher verwandeln und sein Team mit 7:0 in Führung bringen. Die RSG ließ sich davon aber keinesfalls verunsichern und versuchte ihrerseits erste Punkte zu erzielen.

Doch oft standen sich die Gäste aus M-V selbst im Weg oder vergaben gute Möglichkeiten durch einfache Fehler. Es fehlte im Angriff an Präzision, Entschlossenheit und häufig an der notwendigen Konzentration, um mit den Hamburgern gleichzuziehen. Ein Straftritt nach einer Unachtsamkeit im offenen Gedränge sorgte für die nächsten drei Punkte für den HSV (10:0). Mit diesem Spielstand gingen beide Teams auch in die verdiente Pause.

Nach dem Pausentee zeigten beide Mannschaften ihr Können mit dem „Rugby-Ei“. Doch wie bereits in der ersten Halbzeit konnten lediglich die Gastgeber Punkte auf die Anzeigetafel bringen. Die RSG versuchte alles, doch irgendwie wollten an diesem Nachmittag keine Versuche für die Männer aus M-V fallen. So konnte der HSV gegen Ende der Partie mehrfach ins Malfeld der RSG einlaufen und das Ergebnis auf 41:0 erhöhen.

Kapitän Tore Dwars zeigte sich nach Abpfiff enttäuscht vom Spielergebnis: „Wir haben uns heute gegenüber dem Bremenspiel deutlich gesteigert, sind aber letztlich an uns selbst gescheitert. Es gab mehrere Situationen, in denen wir punkten müssen, aber es einfach nicht schlau zu Ende gespielt haben. Der HSV hat verdient gewonnen, wenn auch am Ende vielleicht etwas zu hoch.“

Mann des Spiels bei der RSG war der aufmerksame und hart verteidigende Michael Unze, der mehrfach in Eins-Gegen-Eins-Situationen seinem Gegenspieler die Grenzen aufzeigte und so eine höhere Niederlage verhinderte. Jetzt gilt es für die Mecklenburger in den nächsten Wochen an ihrer Angriffsstrategie zu arbeiten, um in den Spielen der Platzierungsrunde der Verbandsliga Nord bestmöglich abzuschneiden.

Für die RSG spielten: Alsultan, Salazar, Schrader, Bellin, Kammer, Pabst, Stölting, Dwars (c), Rohde, Pust, Hollinski, Ohloff, Unze, Abdulrahman, Fandrich, Schleifer, Vollmer, Alhaser, Höffner.