Am Sonntag traf die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG MV) in Hornstorf bei Wismar auf die Verbandsligamannschaft des FC St. Pauli. Nach dem Erfolg bei den Randhamburgern aus Jesteburg zum Saisonauftakt wollte die RSG vor heimischen Publikum an die gute Leistung des ersten Spiels anknüpfen. Kapitän Tore Dwars war vor Spielbeginn zuversichtlich, dass gegen die Kiezrugger Punkte möglich wären: “Wenn wir das harte und körperbetonte Spiel der Hamburger annehmen und unser Chancen im Angriff nutzen, ist hier heute etwas zu holen.”

Doch aufgrund von beruflichen und privaten Gründen waren diverse Spieler nicht verfügbar, sodass die RSG auf wichtigen Positionen umstellen und auf ein Zusammenfinden des Teams auf dem Platz hoffen musste. Dementsprechend begann Pauli die Partie mit starkem Spiel und zeigte sich gnadenlos in der Chancenverwertung. Die RSG war noch in der Findungsphase, da hatten die Gäste aus Hamburg schon zwei Versuche sehenswert herausgespielt und sicher zur 14:0 Führung erhöhen können.

Die Gastgeber brauchten ihrerseits gute zwanzig Minuten, um überhaupt ins Spiel zu kommen. Doch wenn die RSG in aussuchtsreicher Position war, machten einfache Fehler den Offensivdrang zunichte und ermöglichten Pauli ihrerseits anzugreifen. Besonders die Standardsituationen gingen reihenweise verloren. Der sonst sichere Sturm wurde mehrfach im Gedränge über den Hornstorfer Rasen geschoben und konnte keinerlei Bälle gewinnen.

Kurz vor dem Halbzeitpfiff konnten die Hamburger durch einen schnellen Konterangriff zum Versuch ablegen und damit die Führung auf 19:0 weiter ausbauen. In der Pause fand der Wismarer Teammanager Carsten Pust deutliche Worte für die Leistung des eigenen Teams, doch sein Weckruf wurde erhört. Die Mecklenburger brauchten nach Wiederanpfiff zwar erneut einige Minuten, um das Spiel aufzunehmen, aber dann umso konsequenter.

Plötzlich wurden Bälle in den Standards gewonnen und teilweise sogar im offenen Spiel erobert. Der Zugewinn an Ballbesitz wurde nun in Feldvorteile für die RSG umgewandelt. Es entwickelte sich eine Partie auf Augenhöhe. Selbst ein weiterer erhöhter Versuch für Pauli nach einem Konter zum 26:0 ließ die Gastgeber nicht verzagen. Sie erhöhten weiter den Druck und kamen durch Jonas Pabst zum 26:7 Anschlussversuch.

Doch die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden. Die RSG versuchte noch einmal alles, biss sich aber wiederholt an der starken Verteidigung der Kiezrugger die Zähne aus. Lediglich ein verwandelter Straftritt sowie ein Dropgoal durch Robin Hollinski brachten Zählbares auf die Anzeigetafel (26:11). Kurz vor Spielende gelang Pauli bei schwindenden Kräfte der Gastgeber noch der vierte Versuch zum Bonuspunktgewinn durch den wieselflinken Schlussspieler, der insgesamt sechs Spieler der RSG wie Slalomstangen umkurvte und dann sicher zum verdienten 31:11 für die Hamburger Gäste ablegen konnte.

Nach Spielende zeigte sich Kapitän Tore Dwars sichtlich enttäuscht: “Wir hatten uns viel vorgenommen und sind besonders in der ersten Hälfte an unserem eigenen Unvermögen gescheitert. Wenn wir in den Standards unsere eigenen Bälle nicht behaupten können, haben wir keine Chancen, um überhaupt zu punkten. Zudem ist es unmöglich über 80 Minuten gegen Pauli nur zu verteidigen und trotzdem zu denken, dass wir gewinnen könnten. Die Trainer und wir selbst wissen, woran wir in den nächsten Trainingseinheiten arbeiten müssen, wenn wir dann in zwei Wochen in Bremen bestehen wollen.”

Für die RSG spielten: Moamar al Sultan, Abel Salazar, Hannes Havran, Alex Bellin, Jonas Hilmes, Sebastian Kammer, Leo Stölting, Jonas Pabst, Pierre Fandrich, Robin Hollinski, Tore Dwars (c), Mirco Carstensen, Matti Ahlvers, Salih Alhaser, Moritz Knauf, André Goeda, Carsten Pust, Hamsa Alashmate, Abdelrasak Alzidan.