Covid-19 hat weltweit die Lebens- und besonders die Sportwelt der Menschen verändert und teilweise aus den Angeln gehoben, so auch in der deutschen Rugbywelt. Die Bundesliga musste aufgrund unterschiedlicher Corona-Regelungen in den Bundesländern auf März 2021 verschoben werden und auch die Verbandsliga Nord, in der die Rugbyspielgemeinschaft MV sonst antritt, musste neu aufgestellt werden.

Da in Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern ähnliche Covid-Regularien gelten, schloss sich die RSG MV dem neu gebildeten Verbundspielbetrieb Nord an, der aus Teams aus der Regional- sowie Verbandsliga besteht. Fortan haben es die Rugbyspieler aus MV also auch mit höherklassigen Teams zu tun. Zum Auftakt der neuen Saison traf die Mecklenburger Mannschaft in Hornstorf bei Wismar auf das Team von Union Bremen, die die Gastgeber von Beginn gehörig unter Druck setzten.

Mit dem Anpfiff durch den Unparteiischen sahen die Zuschauer in ein druckvolles, aber über weite Phasen sturmlastiges und schwergängiges Spiel. Die lange Corona-Pause zeigte auf beiden Seiten mangelnde Abstimmung und fehlendes Feintuning. Die RSG begann druckvoll und durchaus kompakt mit ihren schweren Jungs der ersten Sturmreihe, doch Bremen zeigte sich clever und konnte besonders im offenen Spiel ein ums andere Mal den Ball erobern.

Erst eine kleine Unachtsamkeit in der Bremer Verteidigung brachte die Führung für die Hausherren. Der bullige Dritte-Reihe-Stürmer Marten Paulsen nutzte die Lücke und tankte sich zum 5:0 durch die Männer von der Weser. Die fällige Erhöhung vergab Paulsen aus aussichtsreicher Position. Union Bremen ließ sich vom Rückstand allerdings keineswegs beeindrucken und kämpfte sich in die Partie zurück. Fortan war es ein Spiel auf Augenhöhe mit knallharten Tacklings auf beiden Seiten und zwei dominanten Verteidigungsreihen.

Mit der 5:0 Führung geht es für die Hausherren auch zum Pausentee, in dem RSG Headcoach Carsten Pust-Achilles sein Team auffordert, sich neu zu fokussieren und konzentrierter zu Werke zu gehen. Die RSG nimmt ihren Trainer beim Wort und erarbeitet sich weiter konsequent Möglichkeiten und verteidigt gut. Der eingewechselte Fabian Kutz nutzt eine dieser Chancen aus, nimmt aus kurzer Distanz Anlauf und pumpt sich kraftvoll ins Malfeld der Gäste zur 10:0 Führung. Die folgende Erhöhung wird wieder von Paulsen vergeben und das Spiel noch einmal spannend.

Denn nur wenig später gelingt dem Team aus Bremen ein sehenswerter Versuch zum 10:5 Anschluss und so muss die RSG bis zum Abpfiff durch den Unparteiischen zittern. Bremen kämpft und versucht noch einmal das Spiel zu drehen, doch kann keine weiteren Punkte erzielen. Die RSG hätte noch früher für eine Vorentscheidung sorgen können, scheitert aber an der starken Bremer Verteidigung und mangelnder Chancenverwertung.

Nach Spielende zeigte sich Trainer Carsten Pust-Achilles zufrieden mit der Leistung seiner Truppe: „Wir haben heute über den Kampf gewonnen. Es war mitunter nicht das schönste Rugbyspiel, aber letztlich zählt der Heimsieg für uns. Die Jungs waren hochmotiviert und haben nach der langen Corona-Pause teilweise gezeigt, was für ein Potential in ihnen steckt. In zwei Wochen geht es nach Bremerhaven, da muss die Mannschaft deutlicher zeigen, dass sie das Spielsystem verinnerlicht hat.“

Auch der Rostocker Spielertrainer Martin Gordon Hille fand lobende Worte für das Team: „Es war ein verdienter Sieg nach einer viel zu langen Pause. Wir haben heute ein kampfbetontes Spiel gesehen, was über weite Strecken der Partie auf Augenhöhe geführt wurde. Es gab viele positive Ansätze, die wir nun intern auswerten müssen und dann im Training gezielt verbessern werden.“

Für die RSG spielten: Price, Sommer, Havran, Seyfarth, Bellin, Salasar, M. Paulsen, Unze, Hille, Lück, Wikander, Alvers, Heindl, L. Paulsen, Knauf, Kutz, Kleemann, Abduraman, Thöl, Kiko, Rohde, Mering.