Am Samstag standen sich bei frühlingshaften Temperaturen die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG M-V) und die zweite Mannschaft des Hamburger Rugby Clubs (HRC) im Sportpark Gehlsdorf gegenüber.

Personell konnte die RSG nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die privat verhinderten etatmäßigen Kicker Pierre Fandrich und Björn Sgodda standen Trainer André Goeda nicht zur Verfügung. Mit viel Zutrauen und einer stark besetzten Auswechselbank gingen die Mannen aus M-V daher optimistisch ans Werk.

Bisher hatte die RSG häufig den Beginn der Spiele verschlafen und benötigte dann eine gewisse Anlaufzeit, um ins Spiel zu finden; nicht so am heutigen Tag. Mit Anpfiff startete die RSG eine Angriffswelle nach der anderen und belagerte das Malfeld der Gäste aus Hamburg. Nach mehreren Phasen nahm der starke Stürmer Fabian Kutz Herz und Ball in die Hand und vollendete eine sehenswerte Druckphase der Gastgeber. Der Erhöhungskick aus kurzer Distanz misslang Kicker Tore Dwars, so dass es bei der 5:0 Führung blieb.

Doch wer dachte, dass die RSG jetzt Blut geleckt hatte, sah sich getäuscht. Mehrfach wurden gute Möglichkeiten zu punkten leichtfertig vergeben. Damit entfachten die Hausherren quasi im Gegenzug den Kampfgeist des HRC. Die Hamburger nutzten eine ihrer Chancen und gingen durch einen kraftvoll vorgetragenen Stürmerversuch mit 5:7 in Führung. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Erst eine Disziplinlosigkeit vom Rostocker Flanker Alexander Komorowski, der seinen Gegenspieler regelwidrig gestoppt hatte, schien die RSG wieder zurück ins Spiel zu bringen. In Unterzahl dominierten die Männer aus M-V nach Belieben das angeordnete Gedränge und sicherten so diverse Bälle für die schnelle Hintermannschaft. Bei einem dieser Angriffe konnte Schlussspieler Moritz Knauf zum Versuch ablegen. Leider misslang die Erhöhung erneut, so dass die RSG nur mit einer 10:7 Führung in die Pause ging.

Nach der Pause stellte die RSG aus unerklärlichen Gründen das Rugbypielen ein. Ohne Biss, Kampfgeist und Selbstvertrauen liefen die Männer aus Rostock, Wismar und Greifswald den Hamburgern nur noch hinterher. Es gelang nichts mehr. Statt auf die Schnelligkeit ihrer Hintermannschaft zu setzen, nahm man das langsame Spiel der Gäste über deren starken Sturm an und verzettelte sich in vielen unnötigen Scharmützeln.

So konnte der HRC noch zwei unerhöhte Versuche erzielen und zog auf 10:17 davon. Ein letztes Aufbäumen brachte keine weiteren Punkte für die RSG. Nach Spielende zeigte sich Trainer André Goeda restlos bedient: „Ich kann mir nicht erklären, warum wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr gegengehalten haben. Wir haben das Spiel hergeschenkt. Uns fehlt in den entscheidenden Situationen die Erfahrung und der Mut so ein Spiel dann auch mal rumzureißen.“

Der „Mann des Spiels“ bei der RSG war Niklas Gierenz, der in den Standardsituationen diverse Bälle eroberte und im offenen Spiel durch Wettkampfhärte und Kampfgeist zu überzeugen wusste. Bereits am nächsten Samstag heißt es dann Mund abputzen und den ersten Saisonsieg eben bei den starken Bremern von 1860 zu holen.

Für die RSG M-V spielten: Fabian Kutz, Constantin Sommer (c), Paul Grünke, Tom Neumeier, Niklas Gierenz, Jan Lange, Carlos Ventura, Alexander Komorowski, Domonique Demblon, Tore Dwars, Sebastian Ohloff, Mathieu Piquet, Filip Buchwald, Javier Martinez-Alvarez, Moritz Knauf, Thomas Schleifer, Brendan Price,Tobias Mai, Stefan Berlec, Andreas Don-Rohde, Felix Apel, Jan Mahlke, Julian Pollmann.