Es soll in dieser Saison einfach nicht sein. Auch das letzte Spiel der Hinrunde in der Verbandsliga Nord verliert die Rugbyspielgemeinschaft MV (RSG MV) gegen den Hamburger Sportverein (HSV). Leider spiegelt das Endergebnis von 20:3 nicht das ausgeglichene Kräfteverhältnis auf dem Platz wieder. Die RSG scheitert wie so oft in dieser Saison an sich selbst und der HSV gewinnt sein erstes Spiel.

Da beide Teams in dieser Spielzeit bisher sieglos geblieben waren, entwickelte sich mit Anpfiff der Partie ein Spiel auf Messers Schneide, bei dem sich beide Kontrahenten nichts schenkten. Doch wie so oft verteilte die RSG als guter Gastgeber erst einmal Geschenke: aus dem nichts heraus punkteten die Männer mit der Raute auf der Brust. Der ehemalige Rostocker Alexander Zelck fand eine Riesenlücke in der Verteidigung und konnte ungehindert unter den Stangen ablegen. Mit der gelungenen Erhöhung stand es nach wenigen Minuten bereits 0:7 für den HSV.

Der Weckruf schien bei der RSG angekommen zu sein, denn die Reaktion der Hausherren folgte umgehend. Stürmer Fabian Kutz schnappte sich den Ball und legte in kraftvoller Manier im Malfeld der Hamburger ab. Leider hatte der Rostocker Kicker Michael Kelbg heute nicht seine Tanzschuhe dabei, so dass es vorerst bei einer knappen 5:7 für den HSV blieb. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit konnten lediglich die Gäste von der Alster einen weiteren Versuch erhöhen und auf 5:14 davonziehen.

Nach Wiederanpfiff gab es das gewohnte Bild: die RSG schläft tief und fest und der Gegner punktet (5:21). Wenigstens brach das Team aus MV nicht auseinander, sondern zeigte Courage. Der Kampf wurde angenommen und besonders die Gedränge dominiert, wodurch viele Bälle in die schnelle Hintermannschaft gelangten. Einen Angriff konnte Verbinder Michael Kelbg sicher ablegen, aber leider ebenfalls nicht erhöhen (10:21).

Doch im weiteren Verlauf zeigte sich, dass die Hamburger erfahrener, zielstrebiger und in den entscheidenden Situationen einfach cleverer agierten als die Männer der RSG. Zwei weitere Versuche für die Gäste schraubten das Ergebnis dann auf eine komfortable 10:31 Führung für den HSV nach oben. In den letzten Minuten konnten Andreas Don-Rohde und Javier Martinez-Alvarez nur noch für Ergebniskorrektur und einen Bonuspunkt für vier erzielte Versuche in einem Spiel sorgen.

Spielertrainer André Goeda zeigte sich nach Abpfiff enttäuscht vom Ausgang der Partie: „Wir wollten heute eigentlich die „rote Laterne“ abgeben, doch es hat sich mal wieder gezeigt, dass wir in den wichtigen Situationen einfach keine Antworten geben können. Wir verzetteln uns in Einzelaktionen anstatt konzentrierte Angriffe zu starten. Uns fehlte in manchen Phasen einfach die Erfahrung bzw. ein sicherer Kicker, der uns mit seiner Ruhe im Spiel hält.“

Zum Mann des Spiels auf Seiten der RSG wurde der Greifswalder Hieronymus Jacker gewählt, der im offenen Spiel mehrfach Akzente setzen konnte und zwei Versuche mit starken Läufen mustergültig vorbereitete. In der Winterpause wird das Trainerteam der RSG einiges umstellen müssen, wenn das Team aus MV in der Rückrunde erfolgreicher auftreten will. Bis dahin gilt es in vielen schweißtreibenden Trainingseinheiten die Fehler zu analysieren und abzustellen, um dann 2016 mit neuer Motivation anzugreifen.

Für Rostock spielten: Thomas Schleifer, Björn Sgodda (c), Fabian Kutz, Alexander Bellin, Felix Apel, Leo Stölting, Alexander Komorowski, Hieronymus Jacker, Filip Buchwald, Michael Kelbg, Tore Dwars, Mathieu Poquet, Javier Martinez-Alvarez, Paul Schulz, Moritz Knauf, Andreas Don-Rohde, Johannes Wagner, André Goeda, Adrien Guihery.