Am Samstag wurde in Hornstorf bei Wismar die Frage beantwortet, wer in diesem Jahr den begehrten MV-Cup für die beste Rugbymannschaft mit nach Hause nehmen darf. Im letzten Jahr konnten die Dierkower Elche Rostock noch in Greifwald triumphieren, doch die Konkurrenz der Freibeuter aus Wismar und der Hochschulsportgruppe der Universität Greifswald zeigte sich stark verbessert.

Im Auftaktspiel trafen die Elche auf die gastgebenden Freibeuter aus Wismar und wussten noch gar nicht so richtig, wie ihnen geschah, da dominierten die Hausherren schon sämtliche Standardsituationen und konnten mit den gewonnenen Bällen einen Angriff nach dem anderen gegen die Rostocker laufen. Zudem verletzten sich innerhalb der ersten zehn Minuten drei Elche auf Schlüsselpositionen. Es musste viel umgestellt und improvisiert werden.

Lediglich Rugby-Neuling und Mann des Turniers aus Rostocker Sicht, Robin Hollinski, fand zu Normalform. Er legte mit einer sehenswerten Einzelaktion den einzigen Versuch der Elche und wusste zudem in der Verteidigung mit blitzschnellen Tacklings zu überzeugen. Die Freibeuter gewannen letztlich verdient mit 13:7. Bei etwas mehr Ordnung im eigenen Spiel und präziserer Abstimmung wäre hier ein besseres Ergebnis durchaus möglich gewesen.

Im Anschluss mussten die ersatzgeschwächten Rostocker gleich wieder ran. Gegen den Turnierfavoriten der Ernst-Moritz-Arndt Universität aus Greifswald schienen sich die Elche endlich gefunden zu haben. Mit beherztem Pick-and-Go-Spiel trugen die kräftigen Stürmer von der Warnow den Ball Meter um Meter an das Malfeld der Greifswalder heran. Dabei nutzte Spielertrainer André Goeda eine Unachtsamkeit in der pommerschen Defensive und legte zur 5:0 Führung ab.

Doch fortan griffen die Greifswalder Studenten beherzter an und setzten die wackelige Elche Verteidigung mehrfach unter Druck. Die Männer vom Bodden konnten insgesamt drei Versuche nach individuellen Fehlern der Rostocker zum 5:19 erzielen. Andreas Bahr, auf der für ihn ungewohnten Verbinderposition, konnte mit einem TV-würdigen Dropgoal für die Elche auf 8:19 verkürzen. Doch erst kurz vor Schluss nahmen sich die Rostocker noch einmal ein Herz und konnten mit einem Versuch durch Alexander Komorowski zum 13:19 etwas Ergbniskosmetik betreiben.

Für die Rostocker war damit der Traum der Titelverteidigung jäh beendet. So sahen sich die Elche das entscheidende Spiel zwischen den Greifswaldern und den Wismarern vom Spielfeldrand an und bestaunten ein dominantes Team aus Vorpommern, welches am Ende verdient mit 14:0 gegen die Hausherren aus Wismar siegte. In der Endabrechnung gewinnen die Studenten aus Greifswald souverän den Landespokal im Rugby vor den Freibeutern aus Wismar und den Dierkower Elchen aus Rostock.

Nach Turnierende fand Kapitän Andreas-Don Rohde dennoch versöhnliche Worte für die Leistung seines Teams: „Wir sind mit einer bunten Truppe aus Rugbyanfängern und alten Herren nach Wismar gefahren und hatten auf etwas mehr Fortune gehofft. Doch heute haben uns im ersten Spiel die verletzungsbedingten Wechsel total aus der Bahn geworfen. Anschließend dauerte es zu lange, bis wir wieder ansehliches Rugby zeigen konnten. Doch unter den Umständen bin ich mit der Mannschaftsleistung sehr zufrieden. Es gab spannende Spiele und damit beste Werbung für den Rugbysport in MV. Nächstes Jahr müssen wir den Pott eben wieder vom Bodden an die Warnow holen.“

Für Rostock spielten: Thomas Schleifer, Abel Salazar, André Goeda, Jan Lange, Felix Apel, Andreas-Don Rohde, Luis Becker, Andreas Bahr, Moritz Knauf, Constantin Sommer, Robin Hollinski, Alexander Komorowski, Tore Dwars.