Am Samstag empfing die Rugbyspielgemeinschaft M-V (RSG M-V) die zweite Mannschaft des Hamburger Rugby Clubs (HRC) in Hornstorf bei Wismar. Bei Schmuddelwetter und tiefem Platz wollten beide Teams von Beginn an zeigen, wie gutes Rugby aussehen kann. Dabei standen die Vorzeichen sehr unterschiedlich.

Die Mecklenburger wollten mit einem Sieg ihre positive Entwicklung mit zuletzt zwei Heimsiegen unterstreichen und sich im oberen Tabellendrittel festsetzen, während die Hamburger erst einmal siegreich waren und ihre dominante Form der letzten Saison noch nicht wiedergefunden haben. Dabei hatte das Trainerteam der RSG erstmals die Qual der Wahl, wen sie in den 22-Kader berufen sollten.

Die 15 Mann, die es zu Beginn der Partie auf dem Feld standen, zeigten auch gleich, warum sie die erste Wahl waren. Druckvoll im Angriff und kompromisslos in der Verteidigung ließ die RSG ein Spiel der Gäste gar nicht erst zu. Die Standards wurden sicher gespielt, um anschließend über die kräftigen Stürmer sowie die schnelle Hintermannschaft ins Laufen zu kommen. Der HRC musste sich zu Beginn erst noch sortieren und hatte dem Druck der Gastgeber aus M-V wenig entgegenzusetzen.

So legte die RSG bereits in der ersten Halbzeit vier Versuche durch Carsten Pust (2x), Moritz Knauf sowie Michael Kelbg. Die vier fälligen Erhöhungen wurden alle sicher durch Kapitän Tore Dwars zur 28:0 Führung für die Hausherren getroffen. Doch wer dachte, dass die RSG nach dem Pausentee wieder an die Leistung aus dem ersten Spielabschnitt anknüpfen würde, rieb sich mit Wiederanpfiff verwundert die Augen.

Unkonzentriertheiten, Disziplinlosigkeiten (zwei 10-Minuten Zeitstrafen), technische Fehler und Überheblichkeiten machten das eigene Spiel komplett zunichte. Die Hamburger erstarkten und spielten sich in der Hälfte der RSG fest. Lediglich eine Einzelaktion durch Dwars beruhigte die Nerven der Gastgeber und der Trainer ein wenig. Die vergebene Erhöhung aus schwieriger Position ließ die Mecklenburger auf 33:0 davonziehen. Aber die Hamburger gaben nie auf und kamen mit einem sehenswerten Versuch, der ein starkes Zusammenspiel von Sturm und Hintermannschaft zeigte, zum Ehrenversuch sowie sicherer Erhöhung zum 33:7.

Die letzten Punkte des Spiels erzielte wenig später der Mann des Spiels auf Seiten der RSG. Der über zwei Meter große Sturmhüne Alex Bellin zeigte über die gesamte Spielzeit eine starke Partie und riss sein Team auch in schwächeren Phasen immer wieder mit seinen Tacklings und den humorlosen Angriffsläufen mit. Er krönte seine beste Saisonleistung zudem mit seinem ersten Versuch überhaupt in der Verbandsliga Nord zum Endstand von 40:7 und wurde anschließend mit einem Ehrenritual gebührend gefeiert.

Der Rostocker Trainer André Goeda zeigte sich nach Spielende durchaus kritisch zu der Leistung seiner Mannschaft: „Es waren zwei völlig unterschiedliche Spielhälften. Erste Halbzeit „hui“ und dann zweite Halbzeit meist „pfui“. Wenn wir nächste Woche im Spitzenspiel beim Tabellenzweiten auswärts in Kiel punkten wollen, müssen wir über 80 Minuten stark auftreten. Sonst kommen wir schnell unter die Räder. Mal sehen, wie gefestigt das Team sich dort zeigt.“

Für die RSG spielten:

Kay Boldt, Abel Salazar, Robin Schrader, Alex Bellin, Nils Thöl, Leo Stölting, Michael Unce, Carsten Pust, Constantin Sommer, Luis Becker, Michael Kelbg, Tore Dwars (c), Robin Hollinski, Sebastian Ohloff, Moritz Knauf, Björn Sgodda, André Goeda, Johannes Komester, Jonas Papst, Eric Volmer, Felix Apel, Steffen Cunitz.