Am Sonnabend reiste die Rugbyspielgemeinschaft M-V (RSG) zum Tabellenzweiten aus Kiel, um mit einem Sieg an den Gastgebern in der Tabelle der Verbandsliga Nord vorbeizuziehen. Entsprechend motiviert wurde in den letzten Trainingseinheiten gearbeitet und sich gezielt auf das bekannt körperliche Spiel der Männer von der Förde eingestellt.

Doch schon vor Spielbeginn ereilte das Trainerteam eine Welle von Absagen und krankheitsbedingten Ausfällen diverser Stammkräfte und Leistungsträger, so dass die RSG auf vielen Positionen neu aufgestellt und umgebaut werden musste. An einen erfolgreichen Nachmittag in Kiel mochte bei der RSG keiner mehr so recht glauben.

Entsprechend fehlte die letzte Konzentration und Entschlossenheit bei den Mecklenburgern. So konnten die Kieler bereits nach fünf Minuten mit einem sehenswerten Versuch mit 7:0 in Führung gehen. Zudem dezimierten sich die Gäste aus MV im minutentakt selbst. Mehrfach erhielten sie vom souveränen Schiedsrichter eine Ermahnung wegen hohen Tacklings. Doch erst war es der erfahrene Gedrängehalb Andreas Rohde, der wegen wiederholtem gefährlichen Spiel die gelbe Karte und damit gleichbedeutend eine Zehn-Minuten-Auszeit bekam, als kurz darauf ein weiterer Spieler der RSG ebenfalls wegen gleichem Vergehen für zehn Minuten vom Platz musste.

Aufgrund ihrer Disziplinlosigkeiten mussten die Mecklenburger über weite Strecken der ersten Halbzeit mit ein bzw. zwei Mann in Unterzahl spielen. Diese Phase der Desorientierung bei der RSG nutzten die Kieler Adler gnadenlos aus und bauten ihre Führung bis zum Halbzeitpfiff auf 19:0 aus. Den Gäste aus MV fiel dazu gar nichts ein. Sie verstanden es nicht, ein geordnetes Spiel bzw. überhaupt erfolgsversprechende Angriffe einzuleiten. Einzig der Kampfgeist ließ bei der RSG nie nach.

Leider änderte sich an diesem Nachmittag das Bild einer unorganisierten und teils überforderten Mannschaft nicht. Auch im zweiten Spielabschnitt zeigte nur ein Team sehenswertes Rugby. Die Kieler dominierten die Standards und konnten sich über weite Strecken in der Hälfte der RSG festsetzen. Letztlich fertigten die Hausherren die Mecklenburger verdient mit 48:0 ab und hätten das Ergebnis durchaus noch höher schrauben können.

Nach Schlusspfiff zeigte sich Kapitän Tore Dwars verärgert über die Leistung seiner Mannschaft: „Es ist egal, wer auf dem Platz steht. Nur mit Kampf gewinnt man keine Spiele. Es gab viele Umstellungen und Spieler auf ungewohnten Positionen, doch ohne Ehrenversuch vom Platz zu gehen ist bitter. Den hätte das Team verdient gehabt. Aber es hat heute irgendwie nichts gepasst.“

Der Wismarer Spielertrainer Pierre Fandrich ergänzte: „Mit unserer 1a-Besetzung wären wir heute wenigstens ein ebenbürtiger Gegner gewesen. So waren wir nur Punktelieferant. Letztlich heißt das für uns, dass wir die neuen Spieler besser an der Niveau der Verbandsliga heranführen müssen, um sie für die nächsten Partien besser vorzubereiten.“ Die nächste Möglichkeit zu zeigen, dass das Team auch herbe Niederlagen wegstecken kann, wird es am 12.11.2016 beim Hamburger SV geben. Dann hoffentlich mit etwas mehr Fortune.