Zum letzten Saisonspiel der Verbandsliga Nord reiste die Rugbyspielgemeinschaft MV am Samstag ins knapp 400 km entfernte Emsland zu Sparta Werlte. Der Liganeuling war bislang die komplette Saison ohne Sieg geblieben, konnte sich aber in den letzten Partien deutlich steigern und wollte nun endlich die ersten Punkte einfahren. Im Hinspiel konnten das Team aus Niedersachsen noch überzeugend mit 80:0 vorgeführt werden. Doch mit einem Match auf Augenhöhe hatten die wenigsten Rugbyexperten gerechnet.

Von Beginn an setzten die Hausherren die Mecklenburger mächtig unter Druck. Kluges Kickspiel und sehenswerte Angriffe versetzten die RSG regelrecht ins Staunen. Nach einem schönen Spielzug konnten die Spartaner aus Werlte das erste Mal jubeln und nach dem gelungenen Erhöhungskick mit 7:0 in Führung gehen. Lediglich durch einen Straftritt von Robin Hollinski konnten die Gäste aus MV auf 7:3 verkürzen.

Wer dachte, dass die Favoriten aus Mecklenburg jetzt endlich aufwachen würden und ihrerseits das Heft des Handelns in die Hand nehmen würden, sah sich jäh getäuscht. Weiterhin dominierten die Männer aus dem Emsland das Geschehen und zogen durch einen weiteren Versuch, welchen der sonst sichere Schütze dieses Mal vergab, auf 12:3 davon. Einzig Robin Hollinski konnte nach einer starken Einzelleistung den ersten Versuch für die RSG erzielen. Die folgende Erhöhung verwandelte Hollinski sicher zum 12:10 Halbzeitstand.

In der zweiten Spielhälfte warf Werlte noch einmal alles nach vorne und setzte die RSG weiterhin unter Druck. Es entstand ein völlig offenes Spiel, welches sich teilweise durch diverse technische Fehler und Regelwidrigkeiten auszeichnete, aber bis zum Schlusspfiff Spannung pur bot. Beide Teams schenkten sich nichts und kämpften beherzt um das Rugby-Ei. Die RSG konnte zwei Versuche durch Hannes Havran sowie Robin Hollinski erzielen, allerdings keine Erhöhung verwerten. Werlte zog ebenso mit zwei Versuchen und einer Erhöhung gleich und so stand es in der Schlussviertelstunde 22:20 für die Hausherren.

Die Spartaner aus Werlte waren kurz vor Ende der Partie nah an der Überraschung. Doch wiederum war es Robin Hollinski, der Nerven aus Stahl hatte und den spielentscheidenden Straftritt sicher zum 22:23 für die RSG verwandeln konnte. Als der souveräne Schiedsrichter das Spiel abpfiff war die Erleichterung, die der Mannschaft über den Sieg im letzten Spiel abfiel, bis an die heimische Ostseeküste zu spüren.

Nach Spielende zeigte sich Teammanager und Gedrängehalb Andreas-Don Rohde beeindruckt von der Leistung beider Mannschaften: „Werlte hat heute die Überraschung verpasst. Das Spiel war auf Messers Schneide. Aber unsere Erfahrung hat am Ende den Ausschlag gegeben. Jetzt freuen wir uns auf die dritte Halbzeit und werden die Saison im Emsland zünftig ausklingen lassen.“

Weniger zufrieden schien Kapitän Tore Dwars: „Wir haben den Beginn komplett verschlafen und sind nahezu die gesamte Spielzeit einem Rückstand hinterhergelaufen. Am Ende war es ein glücklicher Sieg für uns, aber danach fragt nächste Woche keiner mehr.“ Schon am kommenden Samstag werden die Rostocker wieder auf Versuchejagd gehen, denn zeitgleich zur Kieler Woche wird an der Kieler Förde der traditionelle „Schietwettercup“ im olympischen 7er Rugby ausgetragen. Die Dierkower Elche werden dort mit einer Herren- sowie Damenmannschaft an den Start gehen.

Für die RSG spielten: Schleifer, Sommer Havran, Bellin, Dwars (c), Pabst, Stölting, Pust, Rohde, Kelbg, Cunitz, Hollinski, Ohloff, Carsten, Fandrich, Schrader, Thöl, Vollmer, Kleemann, Jashow.