Am Samstag trat die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern beim Absteiger aus der Regionalliga Nord dem TuS Lübeck an. Die Männer aus M-V hatten sich nach dem überzeugenden Sieg gegen die SG Odin/Döhren aus Hannover vom letzten Wochenende einiges für das Spiel an der Trave vorgenommen und gingen trotz einiger personeller Umstellungen entsprechend motiviert in die Partie.

 

Mit Anpfiff der Partie zeigten die Hausherren, dass sie sich keinesfalls als Kanonenfutter für die aufstrebende RSG sahen, sondern ihrerseits wieder zu alter Form und Stärke zurückfinden wollten. Die Männer aus Schleswig-Holstein begannen konzentriert und mit starker, körperlicher Präsenz, die den Gästen aus M-V alles abverlangte. Die RSG war noch gar nicht richtig im Spiel, da konnte Lübeck nahezu unbedrängt zum ersten Versuch ablegen. Die folgende Erhöhung gelang sicher zur 7:0 Führung.

 

Wenig später konnte die Mannschaft vom TuS Lübeck das Ergebnis weiter ausbauen. Nach einem angeordneten Gedränge schalteten die Gastgeber schneller, spielten die Verteidigung der RSG geschickt aus und legten erneut zum Versuch ab. Mit der verwandelten Erhöhung (14:0) sah es schon nach einer herben Klatsche für das Team aus M-V aus, als sich der Greifswalder Fabian Wikander den Ball schnappte und mit einem Sololauf die ersten Punkte (14:5) für die RSG erzielte. Die folgende Erhöhung aus zentraler Position und damit zwei wichtige Punkte wurden leichtfertig durch Kicker Robin Hollinski vergeben.

 

Wer nun mit einer Aufholjagd oder einem Sturmlauf der RSG gerechnet hatte, wurde anschließend  enttäuscht. Mehrfach waren die Rugger aus M-V zwar in aussichtsreicher Position, doch durch  Unkonzentriertheiten und vermeidbare Fehler brachte sich die RSG um den Lohn ihrer Arbeit. Stattdessen punktete erneut der TuS Lübeck. Kurz vor der Halbzeit stand es fortan 21:5 für die Hausherren.

 

Daher fiel die Ansprache des Trainerteams entsprechend deutlich aus. Die klaren Worte der Übungsleiter schienen die Männer der RSG nun wachgerüttelt zu haben. Deutlich geradliniger und endlich auch mit der nötigen Matchhärte agierend, erarbeitete sich die RSG ein leichtes Übergewicht im offenen Spiel. Der kräftige erste-Reihe-Stürmer Hannes Havran tankte sich gleich durch mehrere Gegenspieler hindurch und legte zum 21:10 ab. Wieder vergab Hollinski zwei machbare Punkte bei der Erhöhung.

 

Kurz darauf vollendete Kapitän Tore Dwars einen sehenswerten Spielzug zum 21:15, vergab aber im Anschluss ebenso die fälligen zwei Punkte für den Erhöhungskick. Quasi im Gegenzug fand allerdings der TuS noch einmal eine Lücke in der guten Verteidigung der RSG und konnte auf 26:15 davonziehen. Doch aufgeben kam für die Gäste aus M-V nicht in Frage. Bis zur letzten Sekunde wurde verbissen verteidigt und kraftvoll angegriffen. In der finalen Aktion des Spiels nahm der syrische Flügelspieler Salih Alhasar einen Kick in vollem Lauf auf und verkürzte spektakulär auf 26:20. Kapitän Tore Dwars erhöhte diesmal sicher und besiegelte damit die 26:22 Niederlage für die RSG.

 

Mann des Spiels bei der RSG war der starke Salih Alhasar, der seine Gegenspieler mehrfach hart aber fair stoppte und damit das Team aus M-V vor einer höheren Niederlage bewahrte. Kapitän Tore Dwars fällte nach Abpfiff ein zwiegespaltenes Urteil zum Spiel seiner Mannschaft: „Wir haben heute die erste Hälfte nahezu komplett verpennt. Wir waren Lübeck körperlich unterlegen und haben sehr lange gebraucht, bis wir ein ebenbürtiger Gegner waren. Viele individuelle Fehler haben uns heute den Sieg gekostet. Hier war heute definitiv mehr drin gewesen.“

Für die RSG spielten: Havran, Schrader, Pauls, Bellin, Zimmermann, Gierenz, Jacker, Stölting, Demblon, Hollinski, Wikander, Dwars (c), Alhasar, Rahmen, Röper, Steiger, Goeda, Hilmes, Unze, Sommer, Rohde, Alashmote.