Am Samstag empfing die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG M-V) im letzten Spiel des Jahres die „Moorteufel“ aus Karlshöfen, Niedersachsen, auf dem Rugbyplatz in Hornstorf bei Wismar. Sonst oftmals von Personalsorgen geplagt, hatte das Trainerteam die Qual der Wahl bei der Aufstellung für die 15 Feld- und 7 Ersatzspieler aus M-V. Insgesamt 30 Spieler standen den Coaches zur Verfügung und waren heiß auf den Vergleich mit dem Liganeuling aus dem Großraum Bremen.

Mit dem Anpfiff versuchte die RSG den Gast aus Karlshöfen in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Die Hausherren spielten druckvolle Angriffe über mehrere Phasen bis tief in des Gegners Hälfte. Allerdings schlich sich zu Beginn doch zu häufig der Fehlerteufel ins Spiel der RSG. Durch unnötige Ballverluste, mangelnde Konzentration und Disziplinlosigkeiten machten sich die Gastgeber selbst das gute Offensivspiel zunichte.

Somit blieb das Spiel über weite Strecken der ersten Halbzeit sehr ausgeglichen, geprägt von linearem Angriffsspiel der RSG, aber auch von knallharter Verteidigung durch die Moorteufel aus Karlshöfen. Erst mit der letzten Aktion vor dem Pausenpfiff gelang dem wuchtigen Stürmer Hannes Havran der erlösende erste Versuch nach diversen Angriffsphasen auf das Malfeld der Niedersachsen. Die folgende Erhöhung konnte Verbinder Tom Kramer sicher zur 7:0 Halbzeitführung verwandeln.

Nach einer beherzten und aufmunternden Halbzeitansprache durch Teammanager Carsten Pust gingen die Männer der RSG engagiert und hoch motiviert in die zweite Hälfte. Doch erneut egalisierten sich beide Teams über weite Strecken. Die Gastgeber ließen wiederholt einige Chancen ungenutzt liegen und mussten aufpassen, nicht in schnelle Konter der Moorteufel zu laufen. Nach knapp sechzig gespielten Minuten gelang dem Greifswalder Fabian Wikander nach einem sehenswerten Sololauf der zweite Versuch für die RSG. Tom Kramer verwandelte die Erhöhung wieder sich zum 14:0.

Doch die Niedersachsen gaben keineswegs auf. Stattdessen lieferten die Moorteufel der RSG eine wahre Abwehrschlacht, die an Mann und Geläuf einiges an Tribut forderte. Aufgrund der mangelnden Chancenauswertung und der teils fehlenden Kreativität im Aufbauspiel pfiff der souveräne Schiedsrichter Pierre Fandrich wenig später beim Endstand von 17:0 für die Hausherren ab. Lediglich ein Straftritt durch den sicheren Kicker Tom Kramer konnte das Punktekonto der RSG verbessern.

Mann des Spiels auf Seiten der RSG war der eingewechselte Zweite-Reihe-Stürmer Erik Vollmer aus Rostock. Mit seiner Entschlossenheit und Dominanz an den offenen Gedrängen nahmen die kräftigen Männer aus M-V zusehens Fahrt auf und erarbeiteten sich deutliche Feldvorteile. Besonders die kompromisslosen Angriffsläufe des frisch examinierten Mediziners sorgten mehrfach für große Lücken in der Verteidigung der Niedersachsen.

Nach Spielende zeigte sich Kapitän Alex Bellin zufrieden mit der gezeigten Leistung seines Teams: „Wir hatten uns heute viel vorgenommen, wussten aber nicht so recht, auf was für eine Mannschaft wir heute treffen. Der Liganeuling hat uns alles abverlangt und stark verteidigt. Mit etwas mehr Cleverness und weniger Ballverlusten wäre heute aber auch der ein oder andere Versuch mehr für uns drin gewesen.“

Der Rostocker Trainer Constantin Sommer ergänzte: „Wir müssen in der nun folgenden Winterpause unbedingt unser Angriffsspiel variabler gestalten und die eigene Fehlerquote deutlich reduzieren. Dann können wir unseren dritten Tabellenplatz weiter festigen und bei einer deutlichen Leistungssteigerung auch mal nach oben schauen.“

Für die RSG spielten: Havran, Salazar, Schrader, Dwars, Bellin (c), Sommer, Stölting, Jacker, Demblon, Kramer, Ohloff, Wikander, Schanz, Ahlvers, Amorim, Schleifer, Grünke, Vollmer, Wieck, Hamsa, Carstensen, Knauf.

gelbe Karten (10 min Zeitstrafe) jeweils: Salazar, Havran