Am Samstag traf die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG MV) auf die zweite Mannschaft des Hamburger Rugby Clubs (HRC). Bei bestem Sonnenschein wurde das Spiel kurzfristig von Rostock nach Hornstorf bei Wismar verlegt, da der Rasen im Sportpark Gehlsdorf nicht bespielbar war.

Nach dem 19:20 Auswärtserfolg im Verfolgerduell bei Hannover Ricklingen hatten sich die Männer aus MV einen weiteren Sieg auf ihre Fahnen zum Ziel gesetzt und waren engagiert in die Vorbereitung des Spiels gestartet. Der in dieser Saison bislang ungeschlagene HRC wurde aber der erwartet schwere Gegner im Kampf um die Play-offs in der Verbandsliga Nord.

Mit Beginn der Partie zeigten die Gäste von der Elbe, dass sie gewillt waren, ihre Siegesserie auch in Mecklenburg nicht reißen zu lassen. Der HRC übte enormen Druck auf die Verteidigung der Hausherren aus und kam bereits nach wenigen Minuten zum ersten Versuch. Die fällige Erhöhung wurde sicher zum 0:7 für die Hamburger verwandelt. Fortan startete der HRC diverse, sehenswerte Angriffswellen, auf die die RSG in den ersten 20 Minuten keinerelei Antwort fand. Mit Glück kamen in dieser Phase der Partie nur drei Punkte durch einen verwandelten Straftritt für die Hamburger dazu.

Erst nach dem 0:10 Rückstand wachte die RSG langsam auf. Die Tacklings saßen besser, die Ordnung in der Verteidigung war wieder hergestellt, nur offensiv gelang den Hausherren im ersten Durchgang wenig. Einzig der Wismarer Sturmtank Hannes Havran hielt sein Team mit mehreren starken Läufen und beinharter Verteidigung im Spiel. Sobald die RSG im Ballbesitz war, verlor sie das ovale Spielgerät durch Unkonzentriertheiten und individuelle Fehler meist sehr schnell.

Der HRC nutzte die Unzulänglichkeiten der Gastgeber konsequent aus und konnte kurz vor dem Halbzeitpfiff durch einen weiteren erhöhten Versuch auf 0:17 davonziehen. In der Halbzeitpause fanden Kapitän Tom Kramer und Teammanager Carsten Pust deutliche Worte und appellierten an den Kampfgeist der Männer aus MV. Die klare Ansage schien Wirkung zu zeigen, denn mit Wiederanpfiff entwickelte sich nun ein Duell auf Augenhöhe.

Die RSG drückte die Hamburger mehrfach in die eigene Hälfte und zeigte phasenweise starkes Sturm- und Hintermannschaftsspiel. So konnte Sebastian Ohloff nach einem sehenswerten Angriffslauf zum 5:17 Anschlussversuch ablegen. Kicker Nils Schanz verfehlte die möglichen zwei Punkte für die Erhöhung nur knapp. Die Männer der RSG machten weiter Druck auf die Gäste, ließen aber mehrere aussichtsreiche Situationen ungenutzt.

Mit dem 10:17 Versuch durch den starken Gedrängehalb und Kicker Nils Schanz kam die RSG noch einmal in Schlagdistanz zum HRC. Schanz fand eine kleine Lücke in der sonst eisenharten Verteidigung der Hamburger und legte gekonnt ab. Auch die fällige Erhöhung von weit außen traf er diesmal zum 12:17 sicher. Mit einem weiteren Versuch für die RSG wäre ein Sieg in Reichweite gewesen.

Die Männer aus MV warfen wiederholt alles nach vorne, und verpassten erneut Möglichkeiten Punkte zu erzielen. Besser machte es der HRC: nach einem Konter brach der agile und durchbruchstarke Flanker der Hamburger zum Sololauf auf und erzielte den 12:22 Endstand für die Gäste aus der Elbmetropole.

Zum Mann des Spiels auf Seiten der RSG wurde Stürmer Hannes Havran gewählt, der auch in hektischen und körperlichen Auseinandersetzungen einen kühlen Kopf bewahrte und mit seinen Sturmläufen und knallharten Tacklings stets ein Vorbild für seine Mitspieler war. Nach Spielende fand Teammanager Carsten Pust selbstkritische Worte: „Wir konnten heute zu keinem Zeitpunkt an die Leistung aus Hannover anknüpfen. Der HRC spielte cleverer und ließ unser Angriffsspiel schlichtweg nicht zu. Die erste Halbzeit haben wir nahezu komplett verschlafen. Im zweiten Spielabschnitt nahmen die Jungs dann endlich den Kampf an, scheiterten aber an der mangelnden Übersicht.“

Kapitän Tom Kramer ergänzte anschließend: „Gegen Sparta Werlte muss am 21. April eine deutliche Leistungssteigerung her, wenn wir weiter um die Play-offs mitspielen wollen. Da müssen wir über 80 Minuten zeigen, dass wir im Angriffs- und Verteidigungsspiel effektiver und zielstrebiger agieren können.“

Für die RSG spielten: Sachse, Schrader, Havran, Schleifer, Bellin, Dwars, Stölting, Jacker, Schanz, Kramer (c), Abdulrahman, Wikander, Höfer, Ohloff, Knauf, Hollinski, Unce, Reimann, Kammer, Hamsa, Volmer, Salazar.