Am Sonntag empfing die Rugbyspielgemeinschaft Mecklenburg-Vorpommern (RSG M-V) in der Regionalliga Nord die FT Adler Kiel im Rugbypark im heimischen Hornstorf bei Wismar. Bei bestem Herbstwetter wollten die Männer aus M-V die Auftaktpleiten der letzten Spiele vergessen machen und endlich selbst Punkte auf die Anzeigetafel bringen. Ganz anders die Gäste aus Schleswig-Holstein: die Adler aus Kiel hatten zwar ein Spiel weniger bestritten als die RSG, gingen aber ungeschlagen in die Partie und wollten ihre Serie weiter festigen.

Die RSG, bestehend aus Spielern der Freibeuter aus Hornstorf, der Fortunen aus Neuenkirchen bei Greifswald sowie den Elchen aus Rostock, hatte sich einiges für das Spiel vorgenommen und ging dementsprechend motiviert in das Match. Allerdings funktionierte in den ersten Minuten relativ wenig auf Seiten der Gastgeber: die RSG war von Beginn an unter starkem Druck und praktisch nur im Rückwärtsgang. Kiel agierte clever und engagierter und legte innerhalb der ersten 15 Spielminuten drei erhöhte Versuche zur 21:0 Führung.

Den Männern aus MV fiel auf den Druck der Kieler fast nichts ein. Zu dominant in den offenen Spielsituationen zeigten sich die Adler. Durch ungenaue Zuspiele über mehrere Stationen und teilweise viel zu überhastete Angriffsversuche machte sich die RSG jegliches Angriffsspiel und damit Chancen auf eigene Punkte selbst zunichte. Die Kieler bedankten sich artig und schenkten den Gastgebern bis zur Hälfte noch zwei weitere Versuche ein, von denen einer sicher zur 33:0 Halbzeitführung für die Gäste erhöht werden konnte.

In der Halbzeitpause ermahnte der sportliche Leiter der RSG, Carsten Pust-Achilles, seine Mannen, den Kopf nicht hängen zu lassen und endlich selbst zu zeigen, was in den letzten Trainingseinheiten geübt worden war. Doch mit Wiederanpfiff erwischte Kiel erneut den besseren Start. Das Team von der Förde spielte sehenswerte Angriffe und zeigte sich defensiv gut sortiert. Insgesamt konnten die Gäste weitere vier Versuche erzielen, von denen einer erhöht werden konnten.

Zur Hälfte der zweiten Halbzeit, als die Messen quasi gesungen waren, wachte dann doch nochmal die RSG auf und arbeitete sich phasenweise ins Spiel zurück. Die Standards wurden ausgeglichener gestaltet und Teamchef Pust-Achilles wechselte einige junge Spieler ein, die engagiert und mit viel Herzblut zur Sache gingen. Doch Kiel verteidigte weiter souverän und ließ der RSG kaum Raum, um ihre schnelle Hintermannschaft effektiv einsetzen zu können. Wie bereits in den Spielen zuvor gelangenden Gastgebern auch an diesem Sonntag keine eigenen Punkte, sodass am Ende eine auch in der Höhe verdiente Niederlage der RSG zu verbuchen bleibt.

Nach Abpfiff zeigte sich der Rostocker Kapitän Tore Dwars sehr enttäuscht vom Spiel seiner Mannschaft: „Heute hat fast nichts so funktioniert, wie wir es im Training geübt haben. Wir wussten, dass Kiel ein starkes und schnelles Team hat, aber für dieses Spiel hatten wir uns viel mehr vorgenommen. Leider hat es wieder nicht zu eigenen Punkten gereicht. Das ist wirklich frustrierend. Wir halten hier 80 Minuten leidenschaftlich gegen und belohnen uns am Ende des Spiel wieder nicht mit dem Ehrenversuch. Schade.“

Auch der RSG-Teamchef Pust-Achilles urteilt ähnlich: „Das war heute die schwächste Saisonleistung der Mannschaft. Wir wollten in der Spielanlage eigentlich schon weiter sein. Kiel hat uns heute teilweise ordentlich Lehrgeld zahlen lassen, aber die Jungs haben auch in der Schlussphase noch gut gegengehalten. Leider waren wir im Angriff zu hastig und unkonzentriert. Das tut mir für die Jungs wirklich leid. Aber jetzt heißt es Kopf hoch und weiter an den Grundlagen des Rugbyspiels arbeiten. Dann werden wir auch wieder Erfolge einfahren können.“

Für die RSG spielten: Price, Unze, Sachse, Bellin, Thöl, Krake, J. Peters, Dwars ©, Rohde, Knauf, Heindl, Beiker, Wheteley, W. Peters, Ohloff, Kleemann, Kökenhoff, Neubauer, Pastow, Meier, da Cunha, Mehring.